TSV 1860 MÜNCHEN | Bierofka mit Doppelpack

19. Dezember 2011 | Von | Kategorie: TSV 1860 München

Aufschwung bei 1860 geht weiter

Dagegen setzten die Löwen ihren Aufschwung beim Jahresabschluss dank eines Doppelpacks von Daniel Bierofka in der 33. und 87. Minute (Foulelfmeter) sowie eines Treffers von Stefan Aigner (80.) fort. Nach zuletzt 13 Punkten aus fünf Spielen haben sie sich im oberen Tabellendrittel festgesetzt. KSC-Profi Marco Terrazzino hatte zwischenzeitlich ausgeglichen (72.).

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Karlsruher SC 1:3 1860 München

KSC: 1 Orlishausen – 2 Lechner, 4 Hoheneder, 16 Aquaro, 5 Kempe – 6 Groß – 23 B. Müller, 9 Iashvili, 21 Krebs – 31, Timm, 30 Lavric.
Ersatz: 24 Robles (Tor) – 3 S. Müller, 11 Terrazzino, 14 Fink, 17 Staffeldt, 22 Schiek, 26 Milchraum.

1860: 22 Ochs – 2 Rukavina, 26 Schindler, 13 Aygün, 17 Buck – 4 Bülow, 7 Bierofka – 15 Aigner, 9 Rakic – 31 Volland, 11 Lauth.
Ersatz: 30 Eicher (Tor) – 6 Stahl, 18 Schäffler, 19 Maier, 20 Benjamin, 21 Kaiser, 25 Kotzke.

Wechsel: Terrazzino für B. Müller (46.), Fink für Lavric (67.), Milchraum für Groß (84.) – Stahl für Aygün (46.), Kaiser für Rakic (80.), Benjamin für Lauth (85.).

Tore: 0:1 Bierofka (33.), 1:1 Terrazzino (72.), 1:2 Aigner (80.), 1:3 Bierofka (87., Foulelfmeter).

Gelbe Karten: Aquaro, B. Müller, Timm, Kempe, Lechner, Groß, Hoheneder – Bierofka.

Zuschauer: 12.640 im Wildparkstadion.

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg); Assistenten: Tobias Helwig (Hamburg), Tim Skorczyk (Salzgitter);
Vierter Offizieller: Rafael Foltyn (Mainz-Kastel).


Stimmen zum Spiel

Löwen-Chefcoach Reiner Maurer sprach von einem „heißen Kampfspiel mit guten Torszenen über 90 Minuten”. Darunter habe aber das spielerische Element gelitten. „Natürlich war das Niveau auch der Tatsache geschuldet, dass der KSC mit dem Rücken zur Wand steht. Unsere Offensivaktionen wurden ständig mit Fouls unterbunden.” Die sieben Gelben Karten für den Gastgeber seien dafür ein klares Indiz.

„Das Tor zum 1:0 entsprang einem schönen Angriff”, lobte der 51-Jährige seine Spieler, ebenso wie die Moral seiner Mannschaft. „Nach dem Ausgleich sind wir gut zurückgekommen.” Als „Matchpoint” bezeichnete der Cheftrainer die Szene in der 83. Minute, als die Karlsruher die Chance zum 2:2 besaßen. „Timo Ochs hat in dieser Situation glänzend gegen Christian Timm reagiert.”

Das beste Punkte-Ergebnis der Löwen nach 19 Spieltagen seit dem Bundesliga-Abstieg 2004 wollte Maurer nicht explizit kommentieren. „Ich bin äußerst zufrieden mit dem bisher Erreichten”, sagte der 51-Jährige. „In München ist die Erwartungshaltung groß, wird immer vom Aufstieg gesprochen. Dabei sollte man nicht vergessen, dass wir uns auf einem Konsolidierungskurs befinden, die Kaderkosten um drei Millionen Euro reduziert haben. Deshalb muss ich der Mannschaft und allen, die daran beteiligt sind, ein Kompliment aussprechen – ohne uns selbst auf die Schulter zu klopfen.” Der Schlussspurt mit 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen sei „richtig gut und wichtig für die Löwen-Seele” gewesen.

KSC-Coach Jörn Andersen sprach von der erwartet starken 1860-Mannschaft. „Sie haben ihre Klasse gezeigt. Wir wollten läuferisch und kämpferisch dagegenhalten. Aber letztlich hat uns die Qualität gefehlt. Qualität bedeutet für mich, nach dem Ausgleich das Unentschieden zu halten, konsequenter im Abschluss zu sein und defensiv cleverer zu agieren. Das ist uns nicht gelungen.” Die Einsicht, dass die Qualität in seinem Team fehlt, tue weh, „ist aber Fakt. Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, wie es weitergeht. Ich hoffe, dass wir in der Winterpause die Reset-Taste drücken und im Januar von vorne beginnen können.”
Ähnlich desillusioniert wie der Trainer zeigte sich KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer. „Wir haben uns das Leben von Beginn an wieder selbst schwer gemacht, indem wir leichtfertig Standards für den Gegner produzierten.” Aber die Szene zum 2:1 brachte den 46-Jährigen endgültig auf die Palme. „Der Ball war fast zehn Sekunden in der Luft und trotzdem kommen wir nicht dran. Das hat mit Profi-Fußball nichts zu tun,”, polterte der Sportdirektor. „Und das nach dem Glücksmoment zum 1:1. Danach hatte ich gedacht, dass wir das Spiel noch umbiegen können, weil Sechzig nach dem 1:0 die Führung nur noch verwaltet hat. Aber nach solchen Fehlern haben wir es einfach nicht verdient, etwas mitzunehmen.”

Löwen-Stürmer Stefan Aigner, der mit dem 2:1 bereits seinen 7. Saisontreffer erzielte, musste Schwächen eingestehen. „Wir haben uns heute sehr schwer getan, es versäumt, nach der Führung konsequent nachzusetzen.” Dadurch hätte man den Gegner stark gemacht, das 1:1 zugelassen. „Nur mit 100 Prozent Einsatz konnten wir hier gewinnen.” Für Aigner war es ein gelungener Jahresabschluss. „Wir haben uns mit dem Sieg in Karlsruhe und den erfolgreichen letzten Wochen die Weihnachtsfeier und die Winterpause jetzt redlich verdient.”

Doppeltorschütze Daniel Bierofka freute sich vor allem über die neugewonnene Auswärtsstärke. „Zu Saisonbeginn haben wir uns in der Fremde schwer getan, aber ab dem Duisburg-Spiel ist es für uns gut gelaufen, auch wenn wir heute etwas souveräner und cleverer hätten auftreten können. Ein bisschen Glück war sicher bei dem Erfolg dabei. Aber das haben wir uns auch erarbeitet.” Der Routinier bemängelte wie Aigner, dass man nach dem 1:0 nicht nachgelegt habe. „So gesehen, hatten wir heute noch Luft nach oben”, scherzte der 32-Jährige, dem die Winterpause nicht ungelegen kommt trotz zuletzt fünf Spielen ohne Niederlage. „Ich hoffe, dass wir diese Serie nach der Winterpause weiter ausbauen können.”

Ähnlich positiv sah auch Präsident Dieter Schneider den Jahresabschluss. „Das war ein Sieg der konsequenten Disziplin”, so der 64-Jährige. „Mit den drei Punkten können wir zufrieden Weihnachten feiern.” Durch die kleine Serie zum Jahresende hätte sich das Team eine gute Perspektive erarbeitet. „Dabei ist für mich nicht der Tabellenplatz entscheidend, sondern die Punktzahl. Das stimmt mich optimistisch.”

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